Der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank Jürgen Weise, machte mit neuen interessanten Vorschlägen, wie Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen, auf sich aufmerksam. So forderte er nun Erleichterungen bei der Ausbildung für die bereits in Deutschland befindlichen Fachkräfte. „Ich höre aus den Berufsschulen, dass es etwa bei arabischsprechenden Flüchtlingen vor allem mit dem Schreiben hapert. Warum erlauben wir ihnen nicht, eine Ausbildung zu machen und die schriftliche Prüfung in einer bestimmten Frist nachzureichen?“, schlug Weise vor.

Zwar erklärte man von Regierungsseite erst unlängst, dass die Sprache der Schlüssel zur Integration sei, da aber offensichtlich viele der angeblich Hochqualifizierten nicht das halten, was die Medien versprechen – immerhin sollen fast zwei Drittel Analphabeten sein –, werden die Ausbildungsstandards nach unten geschraubt und zudem die ach so wichtige Sprachkompetenz unter den Tisch fallen gelassen.

Erst vor einer Woche erklärte Weise gegenüber Medien, dass lediglich zehn bis 15 Prozent der Flüchtlinge gut qualifiziert und damit schnell auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar wären. Viele andere hätten zwar keine Ausbildung nach deutschen Standards, verfügten jedoch auch über Berufserfahrung. Offensichtlich will man versuchen, den Arbeitsmarkt mit billigen Arbeitskräften zu überfluten. In diese Richtung geht auch der jüngste Vorschlag des Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Achim Wambach, der eine Aufhebung des Mindestlohns vorschlug, um diese Menschen in Arbeit zu bringen.

 

 

[Text: M. H.; Bild: Bundeswehr/Bienert/wikimedia.org]