Für manche Kenner der Tier- und Jagdliteratur, auch für manch sangesfreudigen Wanderer ist dies keine Frage, die ernst genommen werden müsste. Auch für politisch-korrekte, ewig-gestrige Vergangenheitsbewältiger scheint die Antwort klar zu sein: Hermann Löns, das ist doch jener Frühfaschist, der ein Hasslied gegen England geschrieben hat, dass der Großdeutsche Rundfunk ohne Unterlass sendete.
Wer aber war dieser Hermann Löns wirklich? Auch wenn er – wie so viele andere Künstler, lebende wie tote – vom NS-Regime für Propagandazwecke missbraucht wurde, war er doch gewiss kein wie immer gearteter Menschenfeind. Ganz im Gegenteil. Der am 29. August 1866, also gewissermaßen unter dem Kanonendonner von Königgrätz, älteste Sohn eines Gymnasiallehrers, der als Journalist tätig war und durch seine volkstümlichen Lieder und anschaulichen Tiergeschichten bekannt und beliebt wurde, war auch ein Naturwissenschaftler und einer der ersten, welche die Bedeutung des Natur- und Tierschutzes erkannten. Lange bevor linke Weltverbesserer den Umweltschutz entdeckten und für ihre grotesken, sozialromantischen Phantastereien zu missbrauchen begannen, setzte sich der Dichter schon für den Schutz der Umwelt und damit von Mensch und Tier ein.
Hermann Löns, der auf eigenen Wunsch gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs einrückte, fiel am 26. September 1914 an der Westfront bei Loivre in der Nähe von Reims.
In vielen Städten der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs sind Straßen, Gassen und Plätze, sowie Schulen und sogar Sportvereine nach Löns benannt. Wenige Jahre nach seinem Tod entstanden überall in Deutschland, wie auch in Österreich Löns-Gedenkstätten. Die Stadt Walsrode in der Lüneburger Heide nennt sich seit 1935 Hermann-Löns-Stadt. Mit gutem Grund. Denn der Dichter, der in der Nähe von Walsrode begraben liegt, hat durch seine Schriften die Lüneburger Heide weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht.
Nordwestlich von Pulkau im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn steht am Heidberg im Landschaftsschutzgebiet Oberes Pulkautal ein Findling, an dem eine Bronzeplatte mit dem Bildnis von Hermann Löns versehen ist. Im Jahre 1932 errichtete der Pulkauer Lehrer Egon Geier diese Löns-Gedenkstätte. Hier trifft sich der Österreichische Hermann-Löns-Kreis seit 1961 am letzten Samstag des August – in diesem Jahr am 25. August um 17 Uhr – zu einer Feierstunde im kleinen Kreis, bei der selbstverständlich alle interessierten Menschen herzlich willkommen sind.
In der Woche darauf vom 27. August bis zum 2. September 2018 findet in Walsrode in der Lüneburger Heide die alljährliche Lönswoche statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird u. a. eine Kutschenfahrt (29. August) durch die Heide organisiert, der Film "Der Heidepastor Bode" (1. September) gezeigt und eine Feierstunde am Grab des Dichters abgehalten (2. September).

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia.org/Hajotthu; Lizenz: gemeinfrei]