Allein in Tirol gibt es 1.838 Verdachtsfälle von Einwanderern, die neben der türkischen Staatsbürgerschaft rechtswidrig auch die österreichische besitzen. Das teilte das Land in einer Aussendung mit. Dabei handelt es sich um Personen, welche die österreichische Staatsbürgerschaft durch Verleihung erworben und das Ausscheiden aus dem türkischen Staatsverband urkundlich nachgewiesen haben. Eigentlich sollten diese Einwanderer ausschließlich die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, jedoch befinden sie sich auf einer vom Innenministerium übermittelten, österreichweit rund 96.000 Verdachtsfälle umfassenden Liste von illegalen Doppelstaatsbürgerschaften.

Laut Informationen der „Tiroler Tageszeitung“ dürften in Tirol 100 bis 200 Personen übrig bleiben, die ohne behördliche Bewilligung neben dem österreichischen auch weiterhin einen türkischen Pass besitzen. Ihnen droht nun der Entzug der österreichischen Staatsbürgerschaft. Die Zahl der Türken, denen der rot-weiß-rote Reisepass zu entziehen wäre, dürfte jedoch weitaus höher liegen. Wie die Zeitung schreibt, sind in den Verfahren die heimischen Behörden auf die Zusammenarbeit mit den türkischen Ämtern angewiesen, wobei die „Kooperation meist sehr schwierig ist“. Diese Feststellung überrascht nicht, da die Türkei des Recep Tayyip Erdogan großes Interesse daran hat, dass in den europäischen Ländern und damit auch in Österreich möglichst viele Türken, gewissermaßen als fünfte Kolonne Ankaras, wahlberechtigt sind.

Die „Tiroler Tageszeitung“ deutet in ihrem Bericht auch an, dass die illegalen Doppelstaatsbürgerschaften möglicherweise gar keine Rechtsfolgen haben werden. Dabei dürfte auf die Mitleidsmasche gesetzt werden, weil vom Verlust der Staatsbürgerschaft „oft ganze Familien betroffen sind, sie verlieren damit auch alle Rechte, die Österreicher besitzen“. Und weil es sich österreichweit um mehr als tausend Fälle handeln dürfte, „sind die Bundesländer auch an einer Lösung für die Beteiligten interessiert“.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]