Wie sehr Emmanuel Macron, der Sieger der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich, der Kandidat des Establishments ist, zeigt die französische Bewegung „La Manif pour tous“ („Demo für alle“). In einer Erklärung ruft die wertkonservative Bewegung, die unter anderem die Ehe für Homosexuelle ablehnt und Schutz für die aus Vater, Mutter und Kind(ern) bestehende Familie verlangt, dazu auf Macron nicht zu wählen. „Emmanuel Macron bereitet eine Anti-Familien-Politik vor. Für die Familien, für die Kinder, für die Zukunft – am 7. Mai: Nein zu Macron“, heißt es in der von Ludovine de La Rochère, der Chefin der Organisation, unterzeichneten Erklärung.

Etwas verklausuliert weist de La Rochère darauf hin, dass Macron der Kandidat des Großkapitals und der Verfechter der Globalisierung ist. Denn „der Mensch sollte nicht durch die Macht des Geldes und des Marktes zerdrückt werden“, schreibt sie. Daher müsse jeder einzelne Antworten auf die vorrangigen Fragen der Menschheit geben und „verantwortungsvoll stimmen“. Zudem wirft de La Rochère Macron vor, die Zivilisation „zerstören“ zu wollen.

Tatsächlich ist Macron im Gegensatz zu seiner Gegenkandidatin ein Einwanderungsfreund. Er will Medienberichten zufolge am „aktuellen Flüchtlingskurs“, also an der Politik der offenen Tür, festhalten. Und dass es unter Macron zu einer Änderung der Familienpolitik dahingehend kommt, dass die Einheimischen zu mehr eigenen Kindern ermutigt werden, ist eher unwahrscheinlich. Bekanntlich ist der 39-jährige Politiker, der mit einer um 24 Jahre älteren Frau verheiratet ist, selbst kinderlos.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot lamanifpourtous.fr]