Das Sommerloch und die Hitze haben den Verfasser dieser Zeilen fest im Griff. Bedeutende Schlagzeilen über den Fahnenstreit zwischen Australien und Neuseeland, die Scheidung Boris Beckers, das balearische Einreiseverbot für Salvini, und der martialische Blutmond lassen uns in die Nähe schweifen, wo doch so vieles Gutes liegt. Und Interessantes. Schließlich ist Österreich eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält. Bei regelmäßigen Spaziergängen durch das Dorf wird man des Kriegerdenkmales an einem zentralen Platz neben der Volksschule gewahr.
Es erinnert namentlich an die Gefallenen des Ortes, die gemeinsam mit Millionen anderen in den beiden Weltenbränden des vorigen Jahrhunderts, ungeachtet durch Missbrauch verblendeter, totalitärer Ideologien, ihre Pflicht erfüllt haben. Zudem ist das Denkmal Schauplatz des alljährlichen Gedenkens an den Kärntner Abwehrkampf sowie an die erfolgreiche Abstimmung vom 10. Oktober 1920. Einer der wenigen Fälle, wo sich das Selbstbestimmungsrecht der Völker, welches US-Präsident Wilson in seinen vierzehn Punkten postuliert hatte, durchsetzen konnte. Was auch den geopolitischen Interessen Italiens geschuldet war.
Wo die einen Kadavergehorsam, Pangermanismus, Rassismus sowie Indoktrination verorten, sehen die anderen Pfl ichterfüllung, Opferbereitschaft sowie ein Mahnmal für die Leistungen der Altvorderen, die Gewährung der Landeseinheit und letztendlich auch einen Aufruf zur Völkerverständigung und Versöhnung. Beides hat in Kärnten sowohl Richtung Italien, als auch Richtung Slowenien überaus erfolgreich stattgefunden.
Nun soll das Denkmal an einen weniger zentralen Ort verlegt werden, wo auch weniger Vorbeikommende an ihre Wurzeln erinnert werden. Nach dem Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber frei nach Goscinny: Ein kleines Dorf, voller Widerspenstiger, leistet der Geschichtsvergessenheit Widerstand.

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