George Soros weht in Teilen Europas ein zunehmend rauherer Wind entgegen. Ungarns Außenminister Peter Szijjarto sagte dem russischen Nachrichtensender Russia Today, die Aktivitäten des milliardenschweren Spekulanten in Ungarn seien „antidemokratisch“ und zielten darauf ab, die Legitimität der rechtskonservativen Regierung in Budapest zu untergraben. Soros würde, so Szijjarto, die Regierung von Viktor Orbàn „gerne scheitern sehen, er würde diese Regierung gerne entlassen, weil ihm unsere Politik nicht gefällt“.

Bereits Mitte Jänner sprach sich Szilard Nemeth, ein stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei Fidesz, dafür aus, die von Soros finanzierten und gesteuerten Organisationen „mit allen verfügbaren Mitteln zurückzudrängen“. Zudem müsse das Soros-Netzwerk, das in Ungarn aus 22 sogenannten „Nichtregierungsorganisationen“ besteht, „rausgeworfen werden“, zumal mit der Wahl des neuen US-Präsidenten die internationalen Bedingungen dafür günstig seien. Der mittlerweile 86-jährige Soros unterstützte im Wahlkampf die demokratische Kandidatin Hillary Clinton und finanziert nun Anti-Trump-Aktivitäten.

Ebenfalls Mitte Jänner wurde in Mazedonien die Initiative „Stop Operation Soros“ (SOS) gegründet, die sich gegen den enormen Einfluss des in den USA lebenden Milliardärs in dem kleinen Balkanstaat richtet. In einer Pressekonferenz riefen die Gründer von SOS alle „freigesinnten Bürger“ unabhängig ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit auf, sich ihnen „im Kampf gegen die Einseitigkeit im zivilen Sektor, der von George Soros geplant und geführt wird“ anzuschließen.
Nikola Srbov, einer der Mitbegründer von SOS, erklärte auf einer Pressekonferenz: „Wir wurden Zeugen der Übernahme des gesamten zivilen Bereichs und seiner Instrumentalisierung, um die Ziele einer politischen Partei zu erfüllen. Das ist unannehmbar und verletzt die Grundsätze bürgerlichen Engagements.“ Zudem wirft Srbov der Open Society Foundation von Soros vor, „gewalttätige Abläufe in Mazedonien finanziell und personell zu unterstützen“.

 

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[Bild: Harald Dettenborn/wikimedia.org]