Boris Palmer sagte dem Magazin „Der Spiegel“: „Wir müssen die unkontrollierte Einwanderung beenden. Das bedeutet nicht, dass wir niemanden mehr reinlassen, aber wir entscheiden, wer reinkommt.“ Der Mann ist aber kein Rechtspopulist, sondern ein Grüner und überdies Oberbürgermeister von Tübingen. Und glaubt man Palmer, dann beginnt in der gutmenschlichen Stammwählerschaft der bundesdeutschen Grünen ein Umdenkprozess: „Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen.“

Anscheinend will Palmer den Grünen vor den am 13. März in Baden-Württemberg anstehenden Landtagswahlen ein „Law an order“-Gesicht verleihen. Aber das passt nicht jedem Vertreter der linkslinken Partei. Simone Peter, Co-Bundesvorsitzende der bundesdeutschen Grünen, kanzelte Palmer ab: „Wer Zäune und Mauern zur Begrenzung der Einwanderung von Flüchtlingen fordert, spielt in erster Linie rechten Hetzern in die Hände.“

Der solcherart Gerüffelte trat daraufhin den Rückzug an. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Palmer, dass lediglich bestimmte Interviewpassagen für die Vorabmeldung des „Spiegel“ ausgewählt worden sein. Damit will er zu verstehen geben, das Magazin habe versucht, seine Aussagen umzudeuten. Palmer ist übrigens ein Medienprofi, womit einmal mehr klar ist: Die Grünen rücken keinen Millimeter von ihrer „Alle Ausländer rein“-Politik ab.

 

[Text: B. T.; Bild: Manfred Grohe/tuebingen.de]