Die politischen Kommentatoren und Wortspender sind sich allenthalben einig darüber, dass das Thema Europa nunmehr nach dem Brexit bei den erzwungenen Neu-Stichwahlen zum höchsten Staatsamt in Österreich zum primären Thema werden muss, und leichterhand ist man gleich dabei, die Fronten a priori abzustecken: Da der EU-freundliche Van der Bellen, dort der EU-Gegner, ja sogar EU-Zerstörer Norbert Hofer.

Die euphemistischen Floskeln und die schönen Formulierungen aus den etablierten Sonntagsreden zum Thema Europa, die wir da von Alexander Van der Bellen nachgebetet serviert bekommen, braucht man nicht zu wiederholen. Vom unverzichtbaren „Friedensprojekt“, von der alternativlosen Notwendigkeit des vereinten Europas und vom anzustrebenden Ziel der „Vereinigten Staaten von Europa“ haben wir vom grünen Kandidaten bereits alles vernommen, was da gut und billig ist und was wir in tausenderlei Variationen von den Eurokraten und etablierten Polit-Mundwerksburschen kennen. „Glühender Europäer“ zu sein, gehört schlicht und einfach zur Job-Description des politischen Establishments, sowie die Empörung gegen Rechtsextremismus, die Verachtung jeglichen Populismus und die tief empfundene Abscheu vor jeglichem Rassismus. Beinahe-Bundespräsident Alexander Van der Bellen erfüllt all diese Kriterien auf das Wunderbarste und erweist sich als mustergültiger Konformist.

Aber dieser freiheitliche Kandidat, dieser Norbert, der Hofer war‘s, den muss man sich diesbezüglich medial erst so richtig zurechtinterpretieren: Eindeutig muss doch herauskommen, dass er den „Öxit“ will, den Austritt Österreich aus der EU und die Zerstörung derselben. Seine politischen Gegner, die Wahlkampfstrategen des Grün-Kandidaten und die etablierten Medien, wollen das ganz schlicht und einfach.

 

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[Bild: FPÖ]