Die Fakten sind klar: Vor rund einem Jahrzehnt kaufte das Land Kärnten vom Österreichischen Gewerkschaftsbund den Kleinen Maltschacher See bei Feldkirchen und Liegenschaften am Ossiacher See mutmaßlich zu weit überhöhten Preisen. Nun gestand die niederösterreichische Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger damals als Verantwortliche Provisionszahlungen von 700.000 bis 800.000 Euro an das Kärntner BZÖ weitergeleitet zu haben. Die als prinzipientreu bekannte Kaufmann-Bruckberger – zuerst FPÖ, dann BZÖ und nun Team Stronach – hatte enge Kontakte zum vormaligen Büroleiter des Kärntner Landeshauptmanns, der sich als Lobbyist und „Berater“ auch im FPÖ-Umfeld umtat.

Landeshauptmann war damals bekanntlich Jörg Haider, Finanzreferent der heutige Bundesrat Gerhard Dörfler und Büroleiter des Landeshauptmannes der spätere Finanzlandesrat Harald Dobernig. Wer von den Genannten an den Malversationen beteiligt war, wird die Justiz zweifellos erheben. Auch die Frage, ob es irgendeinen unsauberen Deal mit dem ÖGB gab, wird zu prüfen sein.

Tatsache ist jedenfalls, dass führende Vertreter des damaligen BZÖ, welches Haider im Jahr 2005 im Streit mit der FPÖ abgespalten hatte, höchst korruptionsanfällig waren. FPÖ-Chef H.-C. Strache sagt zu Recht, dass die FPÖ mit dem damaligen BZÖ nichts zu tun habe. Im Gegenteil: Das BZÖ hat sich gerade deshalb abgespalten, weil die übrigen Freiheitlichen mit unsauberen Praktiken nichts zu tun haben wollten.

Die heutige Kärntner FPÖ, die sich in der Wiedervereinigungsphase mit der Bundes-FPÖ befindet, täte ebenfalls gut daran, sich von bedenklichen personellen Restbeständen des damaligen BZÖ zu distanzieren.

 

A. M.

 

 

(Bild: Isiwal/wikimedia.org)