Das es Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit dem Halten von Versprechen nicht wirklich ernst nimmt, zeigte sie ja schon bei der letzten Wahl in Wien, als sie laut tönte sie würde zurücktreten falls die Grünen Stimmen verlieren würden. Was geschah? Nach einem kurzen Eiertanz der grünen Griechin war alles vergeben und vergessen und sie wurde Vizebürgermeisterin – und verlor an Glaubwürdigkeit…

Doch nun zeigt sie auch noch, welch interessantes Demokratieverständnis sie hat: Denn bei der Urabstimmung unter den Grünen in Wien, über das Hochhausprojekt am Heumarkt, stimmte eine Mehrheit von nur 18 Parteimitglieder gegen die von Oben diktierte Meinung Vassilakous und entschieden damit gegen die Vizebürgermeisterin.

Nun kommt Bekannntes von der grünen Politikerin. In der ZIB 2 (25. April 2017) windet sie sich und bietet skurrile Antworten, warum das Votum ihrer Parteimitglieder nicht bindend für die Wiener Grünen ist:

„Schauen sie, Herr Wolf – einmal mehr –, wir haben es hier mit einer schwierigen Situation zu tun – ja das wusste ich vorher –, und ich muss auch sagen, ich habe auch befürchtet, dass das Ergebnis ein negatives sein wird. Ich habe auch mein bestes gegeben um Überzeugungsarbeit zu leisten und leider muss ich feststellen, dass es nicht gelungen ist, schlussendlich, die Mehrheit der grünen Mitglieder davon zu überzeugen, dass sie bei dieser Abstimmung mit einem „ja“ stimmen. Auf der anderen Seite, einmal mehr, habe ich nun eine Entscheidung zu treffen. Und dies Entscheidung – die ich mir auch nicht leicht gemacht habe – ist auch eine, die breit geteilt wird, breit getragen wird innerhalb der Wiener Grünen. Wir hatten gestern Nacht eine Marathonsitzung an der wirklich sehr viele Menschen teilgenommen haben und nach längerem Abwägen der Möglichkeiten, die uns jetzt als Ausweg zur Verfügung stehen, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es der Wiener Gemeinderat ist, der hier das letzte Wort hat – wie immer in einer Demokratie.

(…)

Ich denke was man daraus als Lehren ziehen kann für die Zukunft ist, dass man Befragungen indiziert zu einen rechtzeitigen Zeitpunkt. Wenn diese Befragung früh genug gekommen wäre, dann hätten wir die Möglichkeit gemeinsam einen anderen Weg zu finden, das Projekt unter Umständen zu adaptieren – zu einem früheren Zeitpunkt. Nun ist das Verfahren der Behörde abgeschlossen.“

(Das gesamte Interview mit Vassilakou finden Sie unter hier)

 

[Text: W.-R. M.; Bild: GuentherZ/wikimedia.org]