Der Hinausflug aus dem Parlament hinterlässt bei den Grünen Finanzschulden von rund 5 Millionen Schulden. Der von Glawischnig, Lunacek und Felipe hinterlassene Scherbenhaufen soll nun von Werner Kogler aufgeräumt werden.

Natürlich tragen die drei zurückgetretenen Damen ihr gerüttelt Maß an Schuld an dem historischen Debakel, ganz unschuldig daran ist aber die Wiener Landeschefin Maria Vassilakou auch nicht. Man wird sich bei den verbliebenen Grünen wohl die Frage stellen müssen, warum das Resultat gerade in der Hochburg Wien so katastrophal ausgefallen ist. Und da fällt einem neben der eher schwachen Ressortführung vor allem die Geschichte mit der Verbauung des Heumarktes ein. Die zuständige Vassilakou hatte nach dem Widerstand gegen das Hochhausprojekt, das Wien den Status des Weltkulturerbes kosten wird, eine Abstimmung unter den Wiener Parteimitgliedern durchführen lassen. Diese ist nach den Statuten der Grünen verbindlich für die Stimmabgabe der Abgeordneten.

Nachdem die Abstimmu7ng aber gegen den Wunsch Vassilakous ausgefallen war, erklärte sie dass jeder Grünabgeordnete frei abstimmen möge. Und diese Abstimmung im Gemeinderat ging dann mit den Stimmen der Grünen gegen das Ergebnis der Mitgliederbefragung aus.

Kein Wunder bei soviel Führungsschwäche und der Negierung demokratischer Grundregeln, dass sich die grüne Wählerschaft bei der Nationalratswahl revanchierte.

Das aber will die machtversessene Vassilakou aber nicht wahrnehmen. Sie ging nach dem Supergau in Wien in die Offensive, sprach davon, dass ein Köpferollen nun das Falsche wäre und bot dem „Masseverwalter“ Kogler im ORF-Interview ihre Unterstützung an, „weil ja die Wiener Grünen die finanzstärkste Organisation wären“.

Genau das ist aber gegen das Gesetz. Die im Gemeinderat vertretenen Parteien, so auch die Grünen, beziehen für ihre politische Arbeit auf Landesebene Klubförderung. Und die ist eben für die Arbeit in Wien zweckgebunden und nicht für die finanzielle Sanierung der kaputtgegangenen Bundespartei.

Frau Vassilakou hüpft ganz offensichtlich in ihrer Machtgeilheit ins nächste Fettnäpfchen. Und dieses könnte angesichts der strafrechtlichen Relevanz sehr tief sein.

[Text: W. T.; Bild: Die Grünen Wien www.wikipedia.org ]