Julian Assange, der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, lässt in einem Interview mit dem unabhängigen griechischen Nachrichtenportal „The Press Project“ aufhorchen: Die Entvölkerung Syriens sei ein Teil der Strategie der USA zum Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Denn durch den Krieg „geht vor allem die Mittelklasse weg, sprich Ärzte, Beamte, Anwälte, Ingenieure – also genau jene Berufsgruppen, die man braucht, um ein Land überhaupt funktionsfähig zu halten“, sagte Assange, dem seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl gewährt wird.

Assange zufolge haben vor allem die US-Geheimdienste und die Rüstungsindustrie großes Interesse daran, den Krieg in Syrien fortzusetzen: „Sie schaffen Probleme, denn dann werden sie zur Lösung der Probleme gebraucht. Wenn es keine Probleme mehr gibt, werden die Budgets gekürzt, und das ist nicht im Interesse derer, die mit dem Krieg Geschäfte machen.“

Die USA arbeiten seit 2006, als der Präsident noch George W. Bush hieß, aktiv am Sturz Assads. Das ist Teil des neokonservativen Projekts zur Schaffung eines „New Middle East“, also eines „Neuen Mittleren Ostens“, der ausschließlich den Vorstellungen Washingtons und den Interessen der US-amerikanischen multinationalen Konzerne entspricht. Der amtierende Präsident Barack Obama erweist sich als würdiger Nachfolger Bushs, indem er die Politik der „Neocons“ bereitwillig umsetzt. Und was die Entvölkerung Syriens betrifft, machen sich europäische Staaten, allen voran die Bundesrepublik Deutschland, mit ihrer Politik der offenen Tür der Mittäterschaft schuldig.

 

 

Text: B. T.
Bild: Espen Moe/wikimedia.org