Noch bevor er sein Amt antritt, soll offenbar die Glaubwürdigkeit des künftigen US-Präsidenten Donald Trump untergraben werden. Der Auslandsgeheimdienst CIA behauptet – ohne allerdings Beweise vorzulegen –, Russland habe die Präsidentenwahl zugunsten des republikanischen Kandidaten beeinflusst. „Russlands Ziel war es, einen Kandidaten gegenüber einem anderen zu bevorzugen und zu helfen, dass Trump gewählt wird“, zitierte die für gewöhnlich gut informierte „Washington Post“ aus dem CIA-Bericht. Trump selbst bezeichnete die angebliche russische Einmischung in einem Interview mit dem konservativen Fernsehsender Fox als „lächerlich“.

So „lächerlich“, wie Trump meint, ist die Sache aber dennoch nicht. Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass es sich um einen Versuch handelt, seine Präsidentschaft zu verhindern. So kündigte der scheidende Präsident Barack Obama eine Untersuchung an, mit der die Vorwürfe der CIA geprüft und belegt werden sollen. Weil ein Untersuchungsergebnis aber erst nach der Amtseinführung Trumps am 20. Jänner 2017 vorliegen könnte, machen seine Gegner bereits mobil.

In einem Gastbeitrag für die „Huffington Post“, die im Wahlkampf die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton massiv unterstützt hatte, wird in einem Leitartikel die Verschiebung der Zusammenkunft des Wahlmännerkollegiums am 19. Dezember gefordert. An diesem Tag soll Donald Trump offiziell zum Nachfolger Obamas gewählt werden. Als Begründung – natürlich ohne Beweise vorzulegen – heißt es, „ausländische Regierungen sollten keine Rolle für das Ergebnis amerikanischer Wahlen spielen“. Auch sollte „keine Person wegen der Einmischung einer feindseligen ausländischen Regierung zur Präsidentschaft gelangen“.

Ein weiteres Ziel dieser Kampagne ist, wenn es zu keiner Verschiebung des Wahlmännerkollegiums kommt, die Wahlmänner in jenen 24 Bundesstaaten, die nicht an das Ergebnis der Volkswahl gebunden sind, dazu zu bewegen, nicht für Trump zu stimmen.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]