Derzeit scheint die Hauptsorge der EU-Granden von Merkel bis Kurz und von Macron bis Juncker zu sein, wie man die geplanten Sammellager für Migranten in Nordafrika nennen wolle. Nicht die Einrichtung der geplanten Lager steht im Vordergrund, zumal noch kein Vertreter der EU mit den nordafrikanischen Staaten darüber gesprochen, geschweige denn verhandelt hat.

Dafür wird viel Zeit dafür aufgewendet, ob man die Sammellager dem Geist der politischen Korrektheit entsprechend nun „Anlandeplattformen“ oder „Ausschiffungsplattformen“ nennen soll. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker setzte nun in einem Gespräch mit österreichischen Journalisten noch eins drauf und sprach von „Willkommens-Plattformen“, einem Hybrid-Ungetüm, das sich aus der Merkelschen Willkommenskultur und Anlandeplattformen zusammensetzt.

Staat der Political Correctness zu huldigen, wäre Brüssel gut beraten, starken Druck auf die nordafrikanischen Staaten, die ohnedies finanziell am Tropf des Westens – insbesondere der EU – hängen, auszuüben, damit diese der Errichtung von Sammellagern für Migranten zustimmen. Interessant ist übrigens auch, was dort mit den illegalen Einwanderern geschehen soll. Bundeskanzler Kurz etwa spricht sich dagegen aus, dass in diesen Sammellagern Asylanträge gestellt werden können, weil dies einen „Pull-Faktor“ zur Folge hätte. Das Wort „Sogwirkung“ kommt dem Bundeskanzler offenbar nicht in den Mund.

Die einzig sinnvolle Lösung wäre, dass in den geplanten Sammellagern in Nordafrika jene Migranten, die befristet Asyl erhalten, diese Zeit dort in einer geschützten Umgebung verbringen.

[Text: A.M.; Bild: The Federal Law Review]