Angela Merkel will es noch einmal wissen: Am Sonntag gab sie bekannt, dass sie bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 ein weiteres Mal als Spitzenkandidatin der CDU und Bundeskanzlerin antreten wird. Sollte Merkel im Amt bleiben, wäre es ihre vierte Funktionsperiode. Und die Regierungschefin verkündete: „Und jetzt weiß ich genau, was wir weiter machen müssen.“

Diese Satz kann sowohl als Versprechen als auch als gefährliche Drohung gewertet werden. Denn einerseits sagte sie, es müsse das bundesdeutsche Pensionssystem „zukunftsfest“ gemacht werden, und andererseits darf nicht vergessen werden, dass Merkel 2015 mit dem vollkommen verantwortungslosen Satz „Wir schaffen das“ eine Einladung ausgesprochen hat, der bis zum heutigen Tag mehr als eine Million Einwanderer gefolgt sind.

Dass Merkel, die seit November 2005 an der Spitze der Regierung steht, ein weiteres Mal antreten wird, kommt nicht überraschend, zumal es keinen parteiinternen Rivalen gibt. Und dass die bayerische Schwesterpartei CSU trotz all der Reibereien in Bezug auf die Flüchtlingspolitik einen eigenen Kandidaten aufstellt, war auch nicht zu erwarten. „Wir wollen jetzt für weitere vier Jahre das Vertrauen der Bevölkerung. Deshalb ist es für heute gut, dass jetzt Klarheit herrscht“, erklärte CSU-Chef Horst Seehofer.

Eine große Chance bietet Merkels erneute Kandidatur der Alternative für Deutschland (AfD). Die patriotische Partei kann die Wähler daran erinnern, wer für das ganze Schlammassel – Belastung des Sozialsystems, Hexenjagd auf Frauen in zahlreichen Städten während der letzten Silvesternacht – die politische Verantwortung trägt. Ausgerechnet dank Merkel hat die AfD ausgezeichnete Chancen, sich bei der Bundestagswahl 2017 mit rund 15 Prozent als drittstärkste politische Kraft zu etablieren.

 

[Text: B. T.; Bild: WDKrause/wikimedia.org]