Wenn die EU-Politiker etwas verstehen, dann ist es unangenehme Wahrheiten zu verschleiern oder uns zumindest darüber im Dunkeln zu lassen. Das jüngste Beispiel ist die Aktion der EZB, die Geld in die Finanzmärkte in Billionen-Größenordnung buttert, um einerseits der Deflation entgegenzuwirken und um andererseits den Geldinstituten mehr flüssiges Kapital zur Verfügung zu stellen. Damit soll die Vergabe von Krediten an die Wirtschaft angekurbelt werden, was endlich zu dem sehnlichst erwarteten Konjunkturaufschwung führen soll.

Wie aus der Raiffeisengruppe zu hören ist, scheitert die Kreditvergabe aber derzeit nicht an der mangelnden Verfügbarkeit von ausleihbarem Geld, sondern an dem geringen Interesse seitens der Wirtschaft, weil die Konsumentennachfrage fehlt.

Darüber hinaus ist diese Aktion eine ganz klare Irreführung der Öffentlichkeit. Das Geld wird nämlich nicht von der in Frankfurt niedergelassenen EZB und ihrem Zauberkünstler Mario Draghi aufgebracht, sondern von den jeweiligen Nationalbanken der Euro-Staaten.

So muss die Österreichische Nationalbank rund drei Milliarden zahlen, und das beginnend mit dem heutigen Tag Monat für Monat. Und nachdem die Nationalbank auch nur Geld verausgaben kann, das durch die Gold-und Währungsreserven gedeckt ist, wird zu diesem wahnwitzigen Ankauf von fragwürdigen Anleihen unser Staatsvermögen verwendet. Jeder Österreicher, ob Säugling oder Greis muss nun Monat für Monat rund 350 Euro dafür aufbringen. Und wenn uns die Politik schon nicht fragt, was sie mit unserem Geld macht, so hätte sie den wahren Sachverhalt nicht verschleiert darstellen dürfen.

 

W. T.

 

 

(Bild: Jess47200/wikimedia.org)