Mit dieser Terrorwarnung hat das britische Außenministerium wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. „Obwohl es in der jüngeren Vergangenheit keinen Terrorismus im britischen Antarktis-Territorium gegeben hat, können Anschläge nicht ausgeschlossen werden“, werden potentielle Antarktis-Reisende gewarnt. Und des Weiteren lässt das Außenministerium laut „Huffington Post“ wissen: „Weltweit besteht eine erhöhte Gefahr für terroristische Anschläge auf britische Interessen und britische Staatsbürger durch Gruppen oder Einzelpersonen, die vom Konflikt im Irak und in Syrien motiviert werden. Sie sollten derzeit wachsam sein.“

Das Britische Antarktis-Territorium und ist rund 1,7 Millionen Quadratkilometer groß und wird von rund 200 Menschen – bei ihnen handelt es sich um Forscher und Wissenschafter – „bewohnt“. Die britischen Ansprüche auf einen Teil der Antarktis werden übrigens völkerrechtlich nicht anerkannt. Denn der 1961 in Kraft getretene Antarktisvertrag gibt jedermann, egal, aus welchem Land man stammt, zu friedlichen Zwecken freien Zugang zur Antarktis. Und jeder Besucher oder Bewohner untersteht deshalb weiterhin dem Recht seines Heimatstaates.

Die Warnung des Außenministeriums, IS-Terroristen könnten nun im ewigen Eis der Antarktis Anschläge verüben, ruft nun Kritik hervor. Ian Harrocks, ein ehemaliger Chef der Londoner Polizei, findet deutliche Worte: „Die Idee von IS-Anschlägen am Südpol ist lächerlich.“

 

[Text: B. T.; Bild: Christopher Michel/wikimedia.org]