In Abwandlung einer Äußerung des früheren SPD-Verteidigungsministers Peter Struck könnte man sagen: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch in der Sahelzone verteidigt.“ Denn Deutschland wird im afrikanischen Staat Niger einen Militärstützpunkt errichten. Der Botschafter Berlins in Niger, Bernd von Münchow-Pohl, gab gegenüber der Presse bekannt: „Mit der Gründung einer deutschen Militärbasis für den Luftverkehr in Niamey (der Hauptstadt Nigers, Anm.) soll die Mission der Minusma in Mali unterstützt werden. Daran hat Niger von Anfang an militärisch teilgenommen. Nun schlagen wir ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit mit Niger auf.“

Zur Erklärung: Bei „Minusma“ handelt es sich um einen UNO-Friedenseinsatz im westafrikanischen Staat Mali, an dem unter anderem Frankreich und Deutschland teilnehmen. Der Einsatz wurde 2013 vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen, nachdem im Jahr zuvor Islamisten weite Teile des Nachbarstaates Niger unter ihre Kontrolle bringen konnten. Der Vormarsch der Islamisten konnte aufgrund eines militärischen Eingreifens der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gestoppt werden. Dass 2012 Islamisten große Teile Malis unter ihre Kontrolle bringen konnten, war wiederum eine Folge der Schockwellen des Chaos in Libyen, das durch den von USA und NATO herbeigebombten Sturzes des Machthabers Muammar al-Gaddafi verursacht worden war.

Frankreich und die USA verfügen bereits über Militärstützpunkte in Niger, die eine wichtige Rolle für Drohneneinsätze in Mali sowie in Libyen spielen. Aber es geht auch um die Kontrolle wichtiger Rohstoffe. Niger, einer der ärmsten Staaten der Welt, verfügt über große Vorkommen an Gold und Uran, zudem wird seit 2012 Erdöl exportiert. Und zum Ärger Frankreichs, vor allem aber der USA, hat auch China ein begehrliches Auge auf die Bodenschätze Afrikas und damit auch Nigers geworfen – und diese sollen nun mit Hilfe Deutschlands gesichert werden.

 

[Text: B. T.; Bild: YoTuT/wikimedia.org]