Während die Präsidentenwahl in Frankreich im Mai und die deutsche Bundestagswahl im Herbst des kommenden Jahres bereits jetzt mit Spannung erwartet werden, bleibt die Parlamentswahl in den Niederlanden, die im März 2017 stattfindet, medial weitgehend unbeachtet. Und das, obwohl sich in den Niederlanden ein politisches Erdbeben anbahnt. Denn laut einer Umfrage von Maurice de Hond, dem renommiertesten Meinungsforscher des Landes, ist die patriotische Partei für die Freiheit des Islamkritikers Geert Wilders derzeit stärkste politische Kraft der Niederlande. Wären am Sonntag Parlamentswahlen, könnte sie mit 33 von 150 Sitzen in der „Zweiten Kammer“, dem Unterhaus, rechnen. Das entspricht einem Stimmenanteil von rund 22 Prozent. Derzeit verfügt die PVV über 15 Sitze.

Mit 26 Sitzen zweitstärkste Partei wäre die liberalkonservative VVD, die derzeit die Nummer 1 im Lande ist und mit Mark Rutte den Ministerpräsidenten stellt. Und wenn die politische Stimmungslage in den Niederlanden anhält, wird der Nachfolger Ruttes Geert Wilders heißen. „Seine Partei ist nun in niederländischen Umfragen die stärkste Partei. Angesichts der kommenden Wahlen im März 2017 scheint der populistische Politiker auf einem guten Weg zu sein, der nächste Ministerpräsident der Niederlande zu werden“, schreibt „PJ Media“.

Wilders beschreibt seine Partei als Teil der wachsenden Anti-Establishment-Bewegung rechtsgerichteter Parteien in Europa. Im EU-Parlament ist die PVV so wie die FPÖ, die Lega Nord oder der Front Nation Teil der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit. Vor der Brexit-Volksabstimmung forderte Wilders die Briten auf, für den EU-Austritt zu stimmen. Innenpolitisch tritt der streitbare Kämpfer gegen die Islamisierung Europas unter anderem für die Schließung aller Moscheen und islamischen Schulen, für ein Koranverbot und ein Ende der Einwanderung aus islamischen Ländern ein.

 

[Text: B. T.; Bild: Rijksoverheid/Phil Nijhuis]