Hillary Clinton, ihre Anhänger und die meisten Medien beschuldigten Donald Trump, ein schlechter Verlierer zu sein. Der republikanische Präsidentschaftskandidat hatte sich nach dem ersten Fernsehduell mit seiner demokratischen Kandidatin darüber beschwert, dass mit seinem Mikrophon etwas nicht stimmte. Umfragen wiesen Clinton als Siegerin den TV-Duells, das von rund 80 Millionen US-Amerikanern verfolgt wurde, aus.

Doch nun räumten die Organisatoren der TV-Debatte ein, dass es tatsächlich ein Problem mit Trumps Mikrophon gegeben hat: „In der ersten Debatte gab es Probleme mit der Anlage, die sich auf die Lautstärke von Donald Trumps Stimme im Saal ausgewirkt haben“, teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten laut CNN mit. Über die Ursachen teilte die Kommission nichts mit. Nach der Fernsehdebatte fragte der republikanische Präsidentschaftskandidat, ob hinter seinen Problemen mit dem Mikrophon eine Absicht stehe. „Ich hatte kein Mikro, das in dem Raum ordnungsgemäß funktionierte“, sagte Trump.

Wie es seitens CNN heißt, war Trumps Stimme bei etlichen Antworten am Beginn leiser, vielleicht, weil er zu weit weg vom Mikrophon stand. Im Verlauf der Antworten Trumps schien es, als hätte jemand die Lautstärke höhergedreht. Unklar ist, ob die unterschiedlichen Klanghöhen auch von den Fernsehzuschauern vernommen werden konnten. Vor allem aber bleibt die Frage offen, wie und warum der Kommission für Präsidentschaftsdebatte die offenkundige Panne mit Trumps Mikrophon unterlaufen konnte. Angesichts der Bedeutung der TV-Duelle im US-Präsidentschaftswahlkampf ist davon auszugehen, dass die verwendete Ausrüstung zuvor mehrmals auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft wird. Wurde da vielleicht manipuliert, um Trump lächerlich zu machen?

 

[Text: B. T.; Bild: Gage Skidmote/wikimedia.org]