So gut wie sicher ist, dass Peter Pilz mit seiner Liste auch bei der nächsten Wien-Wahl, die planmäßig 2020 stattfindet, antreten wird. „Liste Pilz rüstet bereits für den Kampf um Wien“, titelte der „Standard“. Für die Grünen in der Bundeshauptstadt bedeutet es nichts Gutes, wenn ihr ehemaliger Parteifreund antritt. Denn bei der Nationalratswahl kostete Pilz den Grünen gerade in Wien viele Stimmen, was schließlich zum Ausscheiden aus dem Nationalrat führte.

Wenn Pilz in Wien ein „Riesenpotenzial“ sieht, dann dürfte er in erster Linie jene 11,84 Prozent der Wiener meinen, die 2015 bei den Grünen ihr Kreuz machten. Wie groß in Wien der Wählerfluss von den Grünen zur Liste Pilz sein kann, zeigte sich bei der Nationalratswahl: Während die Liste Pilz in Wien mit 7,5 Prozent ihr bundesweit bestes Ergebnis erzielt hatte, stürzten die Grünen um 10,5 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent ab. Und das muss der Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou zu denken geben: Anders als auf Bundesebene muss eine Partei für den Einzug in den Gemeinderat nicht die Vier-, sondern die Fünf-Prozent-Hürde überspringen.

Pilz ist sich voll bewusst, dass das zu erwartende Antreten seiner Liste zu Lasten seiner ehemaligen Parteifreunde gehen wird. Aber immerhin sei es „nicht das primäre Ziel“, den Grünen zu schaden, sagte er der „Kronenzeitung“. Offenkundig weiß Pilz aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, dass es eine Kernkompetenz der Grünen ist, sich selbst zu schaden. Hier ist Wien keine Ausnahme, wie die Bilanz Vassilakous belegt: Autofahrer-Schikanen, Politik für Randgruppen, Missachtung des Mehrheitswillens, wie die Zustimmung zum umstrittenen Bauprojekt am Heumarkt zeigt.

 

[Text: B. T.; Bild: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Mike Ranz]