Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere kritisierte kürzlich die „inakzeptabel“ hohe Anzahl von Asylanten aus Afghanistan. Diese machen derzeit die zweithäufigste Flüchtlingsgruppe in der BRD aus. Da bei der Sicherheitslage auch zunehmend Angehörige der Mittelschicht Afghanistan verlassen, glaubte der deutsche Innenminister, er sei sich mit der afghanischen Regierung einig, dass man dies so nicht wolle. Laut de Maiziere müsse es mehr Rückführungen nach Afghanistan gebe. „Die Menschen, die als Flüchtlinge aus Afghanistan zu uns kommen, können nicht alle erwarten, dass sie in Deutschland bleiben können – auch nicht als Geduldete.“, so der Minister.

Die afghanische Regierung hingegen sieht sich jedoch nicht verpflichtet, Asylwerber aus der BRD zurückzunehmen. Zuerst müsse ein entsprechendes Abkommen zwischen den beiden Ländern abgeschlossen werden, hieß es aus Kabul. „Wir sind nicht dagegen, dass afghanische Asylbewerber ihr Recht wahrnehmen, Asyl zu beantragen. Die Sicherheitslage und die wirtschaftliche Not zwinge Afghanen in bestimmten Provinzen zur Flucht“, betonte der Sprecher des afghanischen Flüchtlingsministeriums, Islamuddin Dschurrat. Und der afghanische Minister für Flüchtlingsangelegenheiten Sayed Hussain Alimi Balkhi bat, mit Verweis auf die aktuellen Sicherheitsprobleme in seinem Land, keine afghanischen Flüchtlinge abzuschieben, sondern ihren Asylgesuchen eine ähnliche Wichtigkeit zuzugestehen, wie etwa jenen Flüchtlingen aus Syrien. Zudem erklärte er: „Also bitten wir die Europäische Union, Afghanen in ihrer Notlage bei der Suche nach einem besseren und sichereren Leben zu unterstützen.“

Weshalb sie allerdings für den Wunsch nach Sicherheit über 4.000 km zurücklegen müssen, und nicht einfach in die von der internationalen Schutztruppe ISAF gesicherten Regionen ausweichen, zumal ihnen dort sicher ebenfalls Hilfe geleistet werden könnte, ließ der afghanische Minister offen.

 

 

Text: M. H.
Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/wikimedia.org