Mit dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs vom Typ Suchoi Su-24 durch die Türkei ist es mit den guten Beziehungen zwischen Moskau und Ankara vorbei. Denn die russische Maschine hatte den türkischen Luftraum nicht verletzt und befand sich zum Zeitpunkt des Abschusses eindeutig im syrischen Luftraum. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach deshalb von einem „Dolchstoß“ gegen Russland und warf der Türkei vor „Unterstützer von Terroristen“ zu sein. Tatsächlich spielt Ankara seit Langem eine fragwürdige Rolle in Bezug auf die Terroristen des IS. Insbesondere lassen es die türkischen Behörden zu, dass Islamisten aus Syrien ungehindert die Grenze überqueren können.

Außerdem sagte Putin, dass der IS nicht nur Einnahmen aus dem Schmuggel mit Erdöl erhalte, sondern auch den Schutz durch die Streitkräfte einer ganzen Nation. Damit ist die Türkei gemeint, die überdies ein NATO-Mitglied ist. Deshalb ist davon auszugehen, dass die auffallend wohlwollende Politik Ankaras gegenüber dem IS nicht ohne Wissen bzw. Billigung durch die USA, die die beherrschende Macht des Nordatlantikpakts sind, geschieht.

Auffallend ist, dass der Abschuss der russischen Su-24 just zu dem Zeitpunkt geschieht, da die russische Intervention gegen den IS erste große Erfolge erzielt und die USA Gefahr laufen, in Syrien von Russland an die Wand gedrängt zu werden. Angesichts der Entwicklung in Syrien in den letzten Wochen mutet es geradezu hilflos an, wenn US-Präsident Obama von Moskau einen „Strategiewechsel“ verlangt und meint, „Russland ist willkommen, Teil unserer breiten Koalition zu sein“. Es ist somit nicht auszuschließen, dass der Abschuss der Su-24 absichtlich erfolgte, um Russland zu provozieren.

 

 

Text: B. T.
Bild: Mil.ru/wikimedia.org