Für den Wiener Bürgermeister Michael Häupl war es schon 2005 klar, dass Zeiten des Wahlkampfes die Zeiten fokussierter Unintelligenz seien. Damals galt seine Bemerkung der übereifrigen SPÖ-Jugend, welche empfahl sich an Mitglieder der damaligen (schwarz-orangen) Bundesregierung abzureagieren. In der Tat war Häupls Ruf ein mahnendes Zugeständnis, auch bei Übertreibungen und etikettierenden Verkürzungen noch ein Minimum an Nachdenken zu aktivieren.

Wenn wir uns nun – nach vier Landtagswahlen in den letzten 150 Tagen – zahlreichen Analysen und Bewertungen des Verhaltens des Souveräns gegenübersehen, dann dürfen wir auch Verleugnungen, Verdrängungen und Verzerrungen erwarten, sind Politik und ihre Akteure doch nur in den seltensten Fällen einer ergebnisoffenen Bewertung zugänglich. Zu komplex sind die Zusammenhänge, zu manifest die Interessen, um in einer Phase der schonungslosen Kritik alles an Inhalten und Personen zur Disposition zu stellen. Da mögen auch Personal-Opfer, wie der abgehende Wiener ÖVP-Parteiobmann nichts verändern. Alles in allem sind Nachwahlanalysen Zeiten der Verleugner, Verdränger und willkürlichen Interpreten. Akteure in der Politik und journalistische Eliten übertreffen sich geradezu in Welt-Erklärer-Manier um Interpretationsvorschläge, in vielen Fällen werden dabei aber nur die eigenen Präferenzen in schöne Worte gekleidet.

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