Andrea Wulz war viele Jahre lang Stadträtin in Klagenfurt und ist nun Gemeinderätin. Und nun tritt sie nach rund 20 Jahren aus ihrer Partei, den Grünen aus. In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ rechnete Wulz nicht nur mit ihren Ex-Parteikollegen ab, sondern zeichnete auch ein Sittenbild der Grünen. So sagte die linke Politikerin, „die Partei ist praktisch tot“. Auch seien die Grünen in der Kärntner Landeshauptstadt nur mehr „Ja-Sager“ für die SPÖ-Bürgermeisterin und die ÖVP.

Glaubt man Wulz, dann verhalten sich die Grünen untereinander teilweise nicht als Parteifreunde, sondern als Parteifeinde. Die Politikerin, die als „wilde“ Gemeinderätin weitermachen will, berichtet von einer Gruppe, „die mich seit drei Jahren mobbt“. Zudem hätte eine grüne Gemeinderats-„Kolleghin“ in E-Mails geschrieben, sie würde „kläffen“ und „das Gesicht zur Fratze verziehen“. Auch würde ihr die andere grüne Gemeinderätin „eine Langzeittherapie verordnen“. In der „Kleinen Zeitung“ findet sich die Anmerkung, dass „Wulz in einem dicken Ordner mit E-Mail-Ausdrucken blättert und die genannten Stellen zeigt“.

Seit der Gemeinderatswahl 2015, als die Grünen sechs Gemeinderäte erhielten, hat sich die Klubstärke der Linksaußenpartei fast halbiert. Immer wieder kam es zu internen Streitigkeiten. Es zeigt sich also, dass die Grünen nicht unbedingt, wie es bei der Nationalratswahl 2017 der Fall, vom Wähler abgestraft werden müssen, um in die politische Bedeutungslosigkeit zu entschwinden.

[Text: B.T.; Bild: wikipedia.org/Die Grünen - Die grüne Alternative Österreich; Lizenz: -]