Am Donnerstag bestätigte das Pentagon, dass am 17. März bei einem US-Luftangriff in der nordirakischen Stadt Mossul 105 Zivilisten getötet wurden. Die USA sind Teil einer internationalen Streitmacht, die im Irak die Terrororganisation IS bekämpft. Die Untersuchungen des Verteidigungsministeriums hätten ergeben, dass der mit Präzisionswaffen erfolgte Angriff deshalb so viele Opfer forderte, weil nicht bekannt gewesen wäre, dass sich in dem Gebäude, in dem Munition gelagert war, auch Zivilisten aufhielten.

„Am 17. März 2017 um 8 Uhr 24 feuerte ein US-Kampfflugzeug in Übereinstimmung mit den entsprechenden Einsatzregeln und den völkerrechtlichen Bestimmungen eine GBU-38-Präsizisionswaffe auf zwei Scharfschützen des IS ab, die gegen die irakische Antiterroreinheit (CTS) kämpften. Weder die (internationalen) Koalitionskräfte noch die CTS-Kräfte wussten, im Parterre des Gebäudes Zivilisten Schutz suchten“, heißt es seitens des Pentagons.

Nachdem die Bombe wie beabsichtigt im zweiten Stockwerk explodiert war, nahm das Unglück seinen Lauf, die aus der Stellungnahme des US-Verteidigungsministeriums zu entnehmen ist: „Die Detonation entzündete eine große Menge an explosivem Material, das IS-Kämpfer zuvor an der Rückseite des Hauses platziert hatten. Diese zweite Explosion löste den raschen Einsturz des Gebäudes aus, der zwei IS-Scharfschützen, 101 Zivilisten, die im Erdgeschoss Zuflucht suchten und vier Zivilisten im Nachbargebäude tötete.“

Dass in Bedrängnis geratene Terroristen wie in Mossul Sprengstoff in Wohnvierteln platzieren, ist nichts Neues. Auch in Ostaleppo, das Ende 2016 dank russischer Militärhilfe von Islamisten befreit werden konnte, wurde diese perfide Strategie angewendet. Einen großen Unterschied gibt es aber dennoch: Die Berichterstattung der Systemmedien. Während der Zwischenfall in Mossul nur eine Randnotiz ist, wurde Russland stets „brutale Bombardierungen“ ohne Rücksichtnahme auf Zivilisten vorgeworfen. Der Grund für diese doppelten Maßstäbe liegt unter anderen darin, dass die aus Ostaleppo vertriebenen Zivilisten Verbündete des Westens waren.

 

[Text: B. T.; Bild: U.S. Air Force photo/Senior Airman Miles Wilson]