Da das Angebot religiöser Stätten in Campusnähe mittlerweile auch hinreichend dicht ist, sind keine eigenen Gebetsräume auf dem Universitätsgelände mehr erforderlich, die nur von einer Religionsgruppe genutzt werden“, begründet das Rektorat der Universität die Schließung des Gebetsraumes. Dieser ist schon seit Jahren umstritten. Bereits 2007 hatte die Universität versucht, den Raum zu schließen, damals sei es aber noch zu einem Kompromiss mit moslemischen Studenten gekommen. Nun ist damit jedoch endgültig Schluss.

Wie die Zeitung „Der Westen“ berichtet, sei der Raum zunehmend von Fundamentalisten in Beschlag genommen worden. Der Zeitung zufolge seien nicht-moslemische Studenten während des Freitagsgebets daran gehindert worden, den Aufzug, der in den vierten Stock führt, wo auch sich auch besagter Gebetsraum befindet, zu benutzen. Der Aufzug, sei während dieser Zeit nur „Brüdern“ vorbehalten. Selbst weibliche Studenten moslemischen Glaubens hätten in dieser Zeit den Lift nicht benutzen dürfen. Ebenso hätten „Ungläubige“ die Toiletten nahe dem Gebetsraum vor, während und unmittelbar nach dem Freitagsgebet nicht betreten dürfen.

In dem freiwerdenden Raum will die Universität nun einen neutralen „Raum der Stille“ einrichten, in dem Studenten zur Ruhe kommen, aber auch meditieren oder beten können. Inwieweit diesem Projekt ein Erfolg beschieden sein wird, muss sich erst noch zeigen. Erst kürzlich sah sich die Universität Dortmund dazu veranlasst, ihren „Raum der Stille“ zu schließen, da dieser von moslemischen Studenten zu einem Gebetsraum umfunktioniert worden war. So wurden Korane und Gebetsteppiche ausgelegt, und der Raum in einen Männer- und Frauenbereich geteilt.

 

[Text: M. H.; Bild: Andrew E. Larsen/flickr.com]