Wie eigentlich alles im Zusammenhang mit diesem sozialen Netzwerk – der Gründung, dem Aufstieg, der weltweiten Geltung, zu der es sich hinaufgearbeitet hat –, ist auch der Skandal um den Datenmissbrauch von Facebook nur schwer zu begreifen. Von sage und schreibe 50 Millionen Nutzern wurden die Daten an eine Verwertungsfirma weitergegeben. Die soll damit für teures Geld den Wahlkampf von Donald Trump unterstützt haben. Ebenso sollen es Facebbok-Daten gewesen sein, die für die Brexit-Werbung von Boris Johnson und Nigel Farage verwendet wurden. Gar 60 Prozent seines Werbebudgets soll Johnson an die kanadische Datenanalysefirma gezahlt haben.Zuckerberg hat sich entschuldigt.Großflächige Anzeigen in den Tageszeiten können aber nicht wettmachen, womit wohl keiner seiner Anwender gerechnet hat: Den unglaublichen Vertrauensmissbrauch, den der Multimilliardär begangen hat oder zumindest zugelassen hat.
Es ist nur zu verständlich, dass die politischen Instanzen an einer möglichst vollständigen Aufklärung interessiert sind, um zu klären, wie so etwas zustande kommen konnte und um ein Regelwerk zu entwickeln, damit dies künftig nicht mehr passieren kann. Zuckerberg wurde deswegen vor einen Ausschuss des britischen Parlaments geladen.
Wie Facebook heute mitteilt, wird sein Chef nicht erscheinen. Ob er einer ähnlichen Ladung vor den Justizausschuss des amerikanischen Senats auch nicht Folge leisten wird, ist derzeit nicht bekannt.

Der ohnehin bereits auf Talfahrt befindlichen Facebook-Aktie wird dieses Verhalten mit Sicherheit nicht helfen.

[Text: W.T.; Bild: Wikipedia/Elaine Chan and Priscilla Chan; Lizenz: Public Domain]