Die 21-jährige Schwedin Elin Ersson ist Studentin, Gutmenschin und Asylunterstützerin. Vor allem aber glaubt sie, sich nicht an Gesetze halten zu müssen. Wie Medien berichten, muss sie sich wegen „Verbrechen gegen das Luftfahrtgesetz“ vor einem Gericht in Göteborg verantworten. Ihr drohen bis zu sechs Monate Gefängnis.

Anlass ist ein Vorfall, der sich am 23. Juli zugetragen hatte. Ersson bestieg in Göteborg ein Flugzeug der Turkish Airlines Richtung Istanbul. An Bord befand sich auch eine Afghane, der abgeschoben werden sollte, was Ersson unbedingt verhindern wollte. Um dies zu erreichen, weigerte sie sich, ihren Sitzplatz einzunehmen. Ihr Kalkül: Solange sie nicht sitzt, darf das Flugzeug nicht starten. Entsprechende Anweisungen der Besatzung ignorierte sie einfach und erreichte damit, was sie wollte. Der Kapitän gab der Erpressung nach, der Afghane konnte das Flugzeug verlassen. Zudem filmte Ersson ihre Aktion und veröffentlichte das Video auf ihrer Facebook-Seite.

Eigentlich wollte Ersson die Abschiebung eines anderen Afghanen verhindern, doch dieser befand sich nicht an Bord. Jedoch fand sie Ersatz, und der im Flugzeug befindliche Afghane, der abgeschoben werden sollte, war vorbestraft. Mittlerweile wurden beide Kulturbereicherer aus Schweden abgeschoben.

Ersson zeigt sich bis heute uneinsichtig und beharrt auf ihrer Gutmenschlichkeit: „Ich habe es als Individuum, als Aktivistin und als Mitmensch gemacht. Mein Ausgangspunkt ist, dass er (der Afghane, Anm.) ein Mensch ist und es verdient zu leben. In Schweden haben wir keine Todesstrafe, aber die Abschiebung in Land, in dem Krieg herrscht, den Tod bedeuten kann. Wenn jemand ein Verbrechen verübt hat, sollte er seine Strafe in Schweden verbüßen“, sagte sie schwedischen Medien.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Nevit Dilmen; Lizenz: CC BY-SA 3.0]