Insgesamt 57.439 Asylverfahren wurden im Vorjahr in erster Instanz entschieden, teilte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl mit. Und die meisten Antragsteller, nämlich knapp 11.000, kommen aus Afghanistan. Interessanterweise liegt die Anerkennungsquote bei Afghanen mit 30 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 48 Prozent. Zum Vergleich: Bei Syrern lag die Anerkennungsquote bei 89 Prozent, was darauf schließen lässt, dass es sich bei Afghanen mehrheitlich um Wirtschaftsmigranten handelt, die unter Missbrauch des Asylwesens nach Österreich einwandern wollen.

Von Afghanen ist hingegen überdurchschnittlich häufig die Rede, wenn die Medien über Straftaten, insbesondere sexuelle Übergriffe auf Frauen, berichten. Und Innenminister Wolfgang Sobotka bestätigte in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, dass von Jänner bis August 2016 alleine in Wien gegen 960 afghanische Tatverdächtige ermittelt wurde.

Die Europäische Union und Deutschland haben längst mit Afghanistan ein Rücknahmeabkommen geschlossen, nicht zuletzt deswegen, weil die Afghanen in ihrer Heimat zum Wiederaufbau gebraucht werden. Österreich ist hingegen säumig, was die Rückführung, insbesondere straffällig geworbener Afghanen, betrifft.

 

[Text: A. M.; Bild: BMI, Maria Rennhofer-Elbe]