Immer häufiger wird Straftätern aus islamischen Kulturkreisen vor Gericht mit einer besonderen Milde begegnet. Kürzlich wurde – dank des Berichts in einer Lokalzeitung – der Fall eines jungen Türken bekannt, der nach einer vierstündigen, vermeintlichen Vergewaltigung mit einem Freispruch davonkam. Begründung: es könne sich bezüglich der Einvernehmlichkeit um einen kulturellen Irrtum gehandelt haben.

Eine 23-jährige Brandenburgerin will im August 2016 bei einem gleichaltrigen Türken Drogen kaufen. Gemeinsam konsumieren sie die Designerdroge Speed, er will daraufhin mit ihr schlafen. Nachdem sie sich weigert, wirft er sie in sein Bett, klemmt ihren Kopf zwischen zwei Eisenstangen ein und vergeht sich stundenlang an ihr so brutal, dass sie zwei Wochen lang nicht mehr richtig gehen kann.

Diese Nacht hat die Frau sehr stark mitgenommen, sie würde ritzen, könne keine Nähe mehr ertragen und ihre Lebensfreude sei verflogen. Im April fand nun der Gerichtsprozess statt. Der Drogenhändler bestand darauf, dass der „wilde Sex“ einvernehmlich gewesen sei, die junge Frau legte anhand der Kratzspuren, die sie bei ihrem Peiniger hinterließ, dar, dass sie sich geweigert hatte. Das Gericht glaubt beiden, spricht ihn frei. Ausschlaggebend für den Freispruch war die Aussage der jungen Frau. Sie könne nicht beurteilen, ob er den Vorfall mit der Mentalität des türkischen Kulturkreises wirklich als Vergewaltigung wahrnahm.

Mit der Multikulturalisierung Westeuropas, die vor allem die Zunahme von Männern aus archaischen, islamischen Kulturkreisen in unserer Gesellschaft bedeutet, häufen sich derartige Skandalurteile. Während von den Autochthonen das bedingungslose Glauben an die Gleichheit aller eingefordert wird, und das Unterscheiden, „Diskriminieren“, oftmals sogar strafrechtlich verfolgt und belangt wird, schafft die Rechtssprechung zunehmend Kulturboni nach dem Motto: je roher das kulturell bedingte Moralverständnis des Beschuldigten, desto geringer das Strafmaß. Der Grund dafür sind Rechtsgrundsätze, die seit der Antike in Europa Anwendung finden und es bis vor kurzem vermochten, unser Leben zu regeln.

 

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[Bild: Daniela Brown/flickr]