Dem Göttervater Uranus wurden beim Liebesspiel von seinem Sohn die Geschlechtsteile abgetrennt und ins Meer geworfen. Daraus bildete sich weißlicher Schaum, aus dem Aphrodite erwuchs. Die spätere Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit wählte sich Zypern als Heimat aus und entstieg bei Petra tou Romiou dem Meer.

Zypern, die drittgrößte und östlichste Insel im Mittelmeer, ist ein Paradies auf Erden – mit Schattenseiten, denn seit 1974 ist die Insel zweigeteilt. Im Süden das griechisch-orthodox dominierte EU-Mitglied „Republik Zypern“ – modern, wirtschaftlich und kulturell eindeutig dem Okzident zugewandt. Im Norden die islamische „Türkische Republik Nordzypern“, dem Orient zugehörig und nur von der Türkei anerkannt, denn 1974 besetzten gewaltsam türkische Truppen diesen Teil der lieblichen Insel. Die Fremdenverkehrszentrale Zyperns berichtet darüber in ihrem offiziellen Prospekt: „Die türkische Besatzungspolitik zielt auf eine systematische Änderung der Kultur im besetzten Gebiet. Als Folge dieser Politik wurde ein großer Teil des kulturellen Erbes in diesem Gebiet zerstört“.

Der Besucher kann sich selbst davon überzeugen. Während im Süden prachtvolle Kirchen und Klöster, mit leuchtenden, 1000 Jahre alten Fresken, überall anzutreffen sind, wurden im Norden nahezu alle christlichen Kulturgüter vernichtet oder in Moscheen umgewandelt. Ein besonders übler Fall von Zwangsislamisierung ist die Lala-Mustafa-Pascha--Moschee in Famagusta. Die einstmals gotische Kathedrale wurde mit einem Phallus-Minarett vergewaltigt, die Ottomanen vernichteten die christlichen Fresken, und Touristen werden heute beim Besuch dieser prachtvollen Kirche gezwungen, die Schuhe auszuziehen und sich somit dem Islam zu unterwerfen. Die Vernichtung von allen nichtislamischen Kunstschätzen geht weiter, und so ist es auch nachvollziehbar, dass bei der Abstimmung zur EU-Mitgliedschaft die überwältigende Mehrheit der Zyprioten eine Vereinigung mit den Türken abgelehnt hat, trotz massiver Intervention der EU-Gleichmacher.

 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, ab Freitag an Ihrem Kiosk.

 

[Bild: Chris06/wikimedia.org]